Vergangenheit, Gegenwart und … Zukunft?

Ich möchte hier ein wenig auf die Stabilität der Unterdrückung weiter Teile der Menschheitsgeschichte eingehen, um Verständnis für die Gegenwart und Lehren für die Zukunft zu generieren.

Wenn man die Geschichte der menschlichen Zivilisation wertneutral und gelöst von Jahreszahlen betrachtet, so muss auffallen, dass die wesentlichen Bestandteile menschlicher Versuche, das Zusammenleben zu gestalten im Kern immer die selben waren. Es spielt auch keine Rolle, wie man diese Ordnungsmodelle benennt. Ob nun Monarchie, Autokratie, Demokratie, Sozialismus, Kapitalismus, Imperialismus, Religionismus oder wie auch immer- Die wesentlichen Grundzüge zivilisatorischer Ordnungsversuche waren stets darauf ausgelegt, jedem Individuum die Vorstellungen der jeweiligen Obrigkeiten aufzuzwingen.

Auch die Mittel, mit denen dies erreicht werden sollte, unterscheiden sich im Laufe der Jahrtausende nur dem Namen nach oder wurden den technologischen Fortschritten angepasst. Propaganda, Manipulation des Denkens, Meinungsmache, Denunzierung Andersdenkender und andere Mechanismen, die sich über die Jahrtausende nur angepasst, jedoch nicht im Wesen verändert haben.

Bedenkt man nun, dass all diese Modelle schlicht und ergreifend versagt haben, weil sie einfach nicht zu einem friedlichen oder gar harmonischen Zusammenleben zwischen den Menschen untereinander und mit ihrer Natur geführt haben, so stellt sich zwangsläufig die Frage „Was bleibt denn noch, was kann man denn noch probieren, es wurde doch schon alles versucht?“

Diese Frage allerdings ist nicht ganz korrekt, da eben noch lange nicht alles versucht wurde. Wie ich oben angeführt habe, haben sich nur die Bezeichnungen geändert, alles wurde angepasst um lediglich den Anschein einer Andersartigkeit zu erwecken. Geringfügige Modifikationen an unbedeutenden Stellen im Getriebe wurden vollzogen, schon wurde aus einer Monarchie eine Demokratie oder aus einer Diktatur ein Sozialismus.

Sicher, eine Zivilisation, die langfristig Bestand haben möchte bedarf einer gewissen Form der Hierarchie und Machtausübung. Eine Obrigkeit. Doch diese Obrigkeit darf Macht nicht um ihrer selbst willen ausüben, sondern als Mittel zum Zweck um die Grundlagen einer Gesellschaft aufrechtzuerhalten und zu verteidigen. Soweit so altbekannt, denn auch die aktuellen Obrigkeiten verteidigen ja IHRE Grundlagen der Gesellschaft. Doch dies führt zwangsläufig zu nächsten Frage, die heutzutage aktueller und dringender ist als je zuvor:

Die Frage nach den grundlegenden Ordnungsprinzipien einer menschlichen Gesellschaft. Die Systemfrage also.

Das dominante grundlegende Ordnungsmodell der Gegenwart nennt sich „soziale Marktwirtschaft“ oder auch Kapitalismus. Nicht Demokratie, so naiv darf niemand mehr sein, auch in westlichen Ländern von Demokratie zu sprechen. Und falls doch sollte er sich die Frage stellen, ob sie denn ein wünschenswertes Ordnungsmodell ist, wenn sie solche Folgen nach sich zieht wie wir sie derzeit beobachten können.

Auch die Frage, ob jemandem eine andere vorhandene Ordnungsstruktur lieber wäre („Würdest du etwa lieber im Sozialismus leben?“) führt in die Irre, da man sich hier widerum nur um etwas bemüht, das schon vorhanden ist, anstatt sich zu fragen, wie man eine menschliche Gesellschaft von Grund auf neu so ordnen kann, dass solche Missstände erst gar nicht mehr entstehen KÖNNEN. Es ist widersinnig zu denken, die Entfernung von Schmerz würde die Krankheit beseitigen. Was wir brauchen sind keine Reformen, sondern eine neue Grundlage. Denn Reformen beseitigen immer nur einen Teil eines kranken Systems, nicht die Krankheit selbst.

Auch darf man sich nicht leiten lassen von irgendwelchen Bezeichnungen. Nur weil man etwas als demokratisch bezeichnet, ist das noch kein Beweis dafür, dass es sich um eine Demokratie handelt. Man darf sich einzig und allein an den Folgen orientieren, an den direkt wahrnehmbaren Konsequenzen eines Systems. Und in der westlichen kapitalorientierten Demokratie unterscheidet sich im Kern nichts von anderen Unrechtssystemen, da hier wieder nur über viele Menschen ein einziges System wie eine Schablone gelegt wird. Ob diese passt oder nicht ist irrelevant, da im Notfall nicht die Schablone zurechtgeschnitten wird, sondern die Menschen. über die sie gelegt wird.

Im Jahre 2015 ist nach wie vor Fakt, dass einige wenige Machthaber und Entscheidungsträger darüber entscheiden, wie viele Menschen zu denken, fühlen und leben haben. Dass wenige über viele entscheiden. Dabei wird so vorgegangen, dass der Eindruck von Freiheit und Vielfalt entsteht. Jedoch eine wahrhafte Alternative, wirklich anders zu leben hat auch hierzulande niemand. Egal wie man auch immer leben möchte, man ist und bleibt dem System untertan und hat keine Möglichkeit, wahrhaftig anders zu leben. Man hat NICHT die freie Entscheidung darüber, wie man sein Leben gestalten möchte, da die Struktur dieses Systems jeden Menschen zwingt, sich dem System zu beugen. Entweder durch aktive Teilnahme am Arbeitsmarkt oder durch Nötigung und Zwang mittels Hartz IV, um ein konkretes Beispiel zu nennen. Die einzige Alternative ist Hunger und Obdachlosigkeit.

Wir sehen also, dass es auch im vorgeblich aufgeklärten und freien 21. Jahrhundert nicht wirklich möglich ist, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Dieser Umstand macht es erforderlich, an komplett neue Grundlagen zu denken und nicht wie beim Glücksrad zwischen vorhandenen Modellen zu wählen, die im Grunde, im tiefsten Kern alle die gleichen falschen Ordnungsprinzipien sind. Nur eben mit anderen Schwerpunkten.

Also stellen wir uns zum Abschluss dieses Eintrages die Frage, ob die Maßnahmen, die wir aus der Vergangenheit übernommen  und immer nur modifiziert haben und die uns heutzutage allen den Hals brechen werden, ungefragt und nur aus Mangel an Alternativen mit in die Zukunft übernehmen wollen oder ob wir nicht unser Hirn nutzen sollten, um Alternativen zu schaffen, anstatt darüber zu klagen, dass es ja nichts besseres gibt.

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